In unserer April-Ausgabe haben wir über die Eskalation im Nahen Osten und die sprunghaft gestiegenen Energiepreise berichtet. Einige Monate später lohnt der Blick darauf, wie sich die Lage entwickelt hat und was bei den Gewerbebetrieben tatsächlich angekommen ist. Wichtig bleibt der Grundsatz. Steuern, Abgaben und Netzentgelte sind staatlich gesetzt, nur der Beschaffungsanteil bewegt sich mit dem Weltgeschehen.
Die Trendwende bei der Gasbeschaffung
Im Frühjahr waren die Preise infolge der Krise sprunghaft gestiegen, wie wir im April berichtet haben. Der Blick auf die Zusammensetzung zeigt, warum diese Entwicklung anhält. Nach der BDEW-Gaspreisanalyse vom August 2026 macht die Beschaffung rund die Hälfte des Gaspreises aus. Im Januar 2026 lag dieser Anteil auf dem niedrigsten Niveau seit 2021. Mit der Eskalation in Nahost drehte der Trend, seither steigen die Beschaffungskosten kontinuierlich und befinden sich aktuell auf Höchstniveau. Ohne eine Entspannung im Nahen Osten dürfte sich dieser Trend weiter fortsetzen.
Beim Strom spürt Gewerbe die steigenden Großhandelspreise zuerst
Beim Strom trifft die Großhandelsbewegung Gewerbe und Industrie früher als private Haushalte. Laut BDEW-Strompreisanalyse mit Stand 21. August 2026 schlägt der Anstieg der Großhandelspreise infolge der Eskalation bei den Neutarifen für Haushalte noch nicht vollständig durch. Bei der Industrie ist dagegen ein Preisanstieg deutlich erkennbar. Kleine und mittlere Betriebe zahlen bei Neuabschlüssen im Schnitt 17,2 Cent je Kilowattstunde. Wer als Betrieb jetzt einen neuen Vertrag auf eigene Faust abschließt, bekommt die geopolitische Lage unmittelbarer zu spüren.
Was das für Sie bedeutet
Für Ampere-Kunden heißt das vor allem eins. Um diese Marktbewegungen müssen Sie sich nicht selbst kümmern. Wir beobachten die Großhandelsmärkte laufend, bündeln die Nachfrage vieler Betriebe und verhandeln Rahmenverträge so, dass kurzfristige Ausschläge nicht ungefiltert bei Ihnen ankommen. So bleibt Ihre Energiebeschaffung planbar, auch wenn der Weltmarkt es nicht ist.